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Aktualisiert 08.Januar 2012

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Auf dieser Seite etwas zur Märbelgeschichte

Der Ursprung der Steinmärbelindustrie im südthüringisch - oberfränkischen Raum liegt im 17. Jahrhundert. Österreichische Protestanten wurden aus Glaubensgründen vertrieben. So haben sich einige Märbelherstellung  hier in dieser Gegend niedergelassen, da sie die geologische Beschaffenheit ideal fanden. Mehrschichtiger Muschelkalk eignet sich für die Kugelherstellung.  Den Rohstoff für die Steinmärbeln lieferte die unterste Schicht  des mittleren Muschelkalk, die sich etwa 3 - bis 5 m tief unter der Erde befand und 30 bis 100 cm stark war. Die Steinmärbelindustrie fundierte auf drei Hauptproduzenten: Das waren erstens die Steinbruchbetreiber, die den Muschelkalk abbauten. Das Herausgaben dieser Steinplatten war eine äusserst mühevolle Arbeit, zumal man nur mit Pickel und Schaufel ausgestattet war. Zum zweiten gab es in unseren Orten zahlreich den Beruf der Märbelpicker: Sie klopften meist in Heimarbeit den Muschelkalk zu kleinen eckigen ( 1,5 bis 2 cm ) Würfeln, wenn nötig auch in der guten Stube. Der Arbeitstag der Märbelpicker hatte weit über 12 Stunden am Tag. Wer geschickt war , schaffte in dieser Zeit an die 10.000 Stück Ohschrokken. Die Arbeit war sehr gesundheitsschädigend. Leider war der  

Lohn für diese Mühen sehr gering. Für 1000 Rohlinge erhielt man nur 24 Kreuzer, das entspricht etwa 0,30 € Cent. Geht man von einer Tagesleistung von 8000 Stück aus, so bekam der Arbeiter dafür 2,74 €. In Kirchenchronikdokumenten von 1851 ist sogar die Rede von nur 7 - 8 Kreuzern pro Tausend Stück.                           Diese schweren Arbeiten wurden bis spät in die Nacht bei kargen Licht ausgeführt. Es gab wohl zu dieser Zeit kaum einen Jungen zwischen 12 und 14 Jahren in den Dörfern, welcher nicht diese Tätigkeit erlernen musste. Nach der Schule und in den Ferien ging es mit Hammer und Sack und einem trockenen Stück Brot nach dem Steinbruch, um Märbeln zu klopfen. Auf dem Heimweg abends wurden die kleinen Marmor - Quader gleich an die Märbelmühlen verkauft. Jeder Steinklopfer musste die von ihm benötigten Steine selbst beschaffen. Dabei galt es im Sommer

 Gedicht eines Märbelherstellers von 1950

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bereits einen Vorrat für den Winter zu schaffen, da durch Frost der Steinabbau unmöglich wurde. Als dritter Bestandteil dieser Industrie sind nun die Märbelmüller zu nennen: Sie bearbeiteten die von den Märbelpickern gelieferten Rohlinge. Die Würfel wurden in den Mahlgängen auf eine Eisenplatte unten und eine dicke Buchenplatte beides mit Rillen so lange geschliffen bis sie Rund waren. Scharfer Sand beschleunigte den Prozess. Der Abfall wurde rings um die Mühlen verteilt oder für kleinere Märbeln verwendet. Der Mahlvorgang dauerte etwa 1,5 bis 2 Stunden. Die in alle Welt verschickten Märbel fanden in erster Linie im 18 ten Jahrhundert als Spielzeugartikel ihren Absatz. Vorher wurden diese Steinkugeln seit der Erfindung des Schiesspulvers bei der Sprengung in den Steinbrüchen und Bergwerken verwendet. Nach dem die Sprenglöcher mühevoll mit dem Sternbohrer ( Eisenstange mit aufgeschmiedeter Kreuzschneide ) geschlagen wurden, kam die Sprengladung mit der Zündschnur in das Loch.                        Das Sprengloch wurde von oben mit den Steinkugeln verdichtet.                                                                    Auf dem Handelsweg von Nürnberg über Coburg - Sachsenbrunn - ( Thüringer Wald ) über Magdeburg weiter nach Hamburg oder Rostock sind die Märbeln ( als Handelswahre für Sprengungen ) mit den alten Segelschiffen - im Kiel der Schiffe - als Ballast für die Überfahrt  zum Beispiel nach Afrika, Indien oder Amerika geschifft und dort als Sprengmärbeln verkauft wurden. Auf der Rückfahrt sind dann andere schwere Handelsgüter nach Europa gebracht wurden.  In Europa gab es auch im 17. Jahrhundert Armbrüste die mit Steinkugeln funktionierten.  Im 16. Jahrhundert wurden mit kleinen und grossen Steinkugeln bei Seeschlachten das Segelwerk  der Schiffe zerschossen.  Wir bleiben beim Spielzeug.

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